Bericht eines Teilnehmers von der 3. Runde in Kiel



1. Tag: Anreise

Die Zugfahrt ging ziemlich schnell vorbei, Jassi und ich haben uns gegenseitig mit Fragen aus dem dicken blauen Buch gequält. Als wir in Kiel angekommen waren und endlich die Jugendherberge gefunden haben, trafen wir auch schon Elena und Melanie. Beim Abendessen war dann Gelegenheit, sich mit anderen Teilnehmern zu unterhalten und diese kennenzulernen.
Am Abend kam dann Herr Dr. Lucius in die Jugendherberge, um sich und die Betreuer (alles ehemalige Teilnehmer) vorzustellen und uns über den Ablauf der Woche aufzuklären. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und bekamen alle ein schönes Namensschild.


2. Tag: Crashkurse

Nach dem Frühstück holte uns ein Bus ab und brachte uns zum IPN (Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften), wo wir bis zum Nachmittag drei Crashkurse durchliefen. Im ersten Kurs zur Botanik wurden verschiedene Querschnitte angefertigt und die Färbetechniken wiederholt. Im zweiten Kurs erklärte uns Dr. Lucius die Grundtechniken aus der Biotechnologie, mit denen ich größtenteils vertraut war. Der dritte Kurs befasste sich mit Statistik, davon hatte ich überhaupt keine Ahnung und verstand nur Bahnhof. Zu diesem Zeitpunkt wurden mir die hohen Anforderungen erst richtig bewusst.
Den Nachmittag hatten wir dann frei, diesen nutzten wir, um uns gegenseitig einige Fragen zu beantworten und um uns beim Bowling näher kennenzulernen. Danach gingen wir alle bei Zeit ins Bett, um für die bevorstehende praktische Prüfung ausgeschlafen zu sein.


3. Tag: praktische Prüfung

Direkt nach dem Frühstück fuhren wir wieder ins IPN, wo uns vier gut vorbereitete Praktika erwarteten. Für mich ging es mit Botanik los, 75 Minuten lang versuchte ich mich an Querschnitten und mit Färbemitteln aller Art.
Nach diesem Stress und Ratespiel ging es dann sofort weiter mit der Mikrobiologie bei Herrn Lucius persönlich. Obwohl ich mich auf diesem Gebiet am meisten auskenne war ich doch sehr nervös und machte entsprechend viele Leichtsinnsfehler. Geschafft und leicht frustriert machten wir uns dann auf den Weg zur Mensa um uns für den Nachmittag zu stärken. Nach einem deftigen Mittagessen und nach gegenseitiger Aufmunterung ging es dann auch schon zum dritten Praktikum. Die Biochemie machte dank eines netten Professors und dank guter Vorkenntnissen durch unseren Vorbereitungskurs etwas mehr Spaß. Zu den praktischen Aufgaben, die viel Zeit und Konzentration beanspruchten, kam dann aber noch die Theorie, die nebenher laufen musste. Zum Abschluss der praktischen Prüfung musste ich mich dann mit Systematik quälen. Erschöpft und teilweise verärgert über dumme Fehler saß ich dann auch schon wieder im Bus auf dem Weg zur Jugendherberge.


4. Tag: Eppendorftag

Auch dieser Tag fing wieder früh an, denn unser Ausflug führte uns nach Hamburg. Da unser Bus aber eine etwas größere Verspätung hatte, wurde das Programm morgens um 8.00 Uhr schon geändert und wir hörten unseren ersten Vortrag über molekulare Methoden der Tumortherapie schon in der Jugendherberge. Prof. Dr. Diethard Baron zeigte in seinem hochinteressanten Vortrag verschiede Möglichkeiten, wie das Wachstum und die Metastasierung von Tumorzellen gestoppt werden können, auf und weckte bei mir großes Interesse.

Nach einer kurzweiligen Busfahrt wurden wir bei Eppendorf freundlich willkommen geheißen. Herr Claußen, ein Mitarbeiter von Eppendorf, stellt uns das Unternehmen kurz vor und erklärte uns den Tagesablauf. Zuerst schloss sich ein weiterer Vortrag über die Techniken der Mikroinjektion an, den Frau Dr. Pavlovik für uns vorbereitet hatte. Um für den nächsten Vortrag gestärkt zu sein gab es jetzt ein gutes Mittagessen in der Kantine. Jetzt erwartete uns eine spannende Entdeckungsgeschichte von einer neuen Insektenordnung, die uns Dr. Oliver Zompro mit viel Euphorie erzählte und detailiert über seine Funde und Entdeckungen berichtete. Nach diesen Vorträgen war ich froh, dass wir nun Führungen durch die einzelnen Bereiche der Firma bekamen und damit auch etwas Bewegung.

Herr Claußen und seine Kollegen führten uns durch die Pipettenfertigung, die Gerätemontage, das betriebseigene Museum und gaben uns noch einen Überblick über die Produkte von Eppendorf. Vor lauter Hören und Staunen ging die Zeit schnell vorbei und wir mussten uns schon wieder auf den Rückweg machen. Nach dem Abendbrot in der Jugendherberge gingen ein paar von uns noch ins Hallenbad, um den freien Tag vollends auszukosten. Beim Tunken und Planschen haben wir uns ordentlich ausgetobt und hatten dann auch keine Probleme, bei Zeit ins Bett zu gehe, um für die theoretische Arbeit am nächsten Morgen fit zu sein.


5. Tag: Theoretische Klausur

Punkt 8.00 Uhr war all meine Aufregung wie weg geblasen. Jetzt galt es schnell und konzentriert zu arbeiten, denn die Klausur war doppelt so lang wie die aus der zweiten Runde und wir hatten nur viereinhalb Stunden Zeit um, die 80 Multiplechoice-Fragen und die 30 komplex Fragen zu beantworten. Mein Zeiteinteilung ging genau auf und ich hatte ein gutes Gefühl, obwohl ich bei vielen Antworten meine Fantasie stark zum Ausdruck gebracht habe. Nichtsdestotrotz waren wir alle froh, die Prüfungen rum zu haben und ich freute mich auf einen ruhigen Ausklang der Woche. Am Nachmittag fuhren wir nochmals zum IPN, um bei der Nachbesprechung der praktischen Prüfung unsere Fehler zu erkennen und noch ein bisschen was dazuzulernen.
Jetzt durfte gefeiert werden, was wir größtenteils auch taten. Erst ein paar Cocktails in einer netten Bar und dann ging es in der Jugendherberge weiter.


6. Tag: Preisverleihung und Abfahrt

Gleich nach dem Räumen der Zimmer trafen wir uns alle in den Gemeinschaftsräumen der Jugendherberge und warteten gespannt auf unsere Ergebnisse. Zuerst wurden alle, die nicht weiterkamen, alphabetisch aufgerufen und bekamen ihre Urkunde und einen Bücherscheck im Wert von 75 Euro. Leider war ich dann auch dabei, aber ich freute mich trotzdem, weil ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden sein konnte.
Dann wurden die elf Besten von hinten her aufgerufen und bekamen ebenfalls eine Urkunde und noch eine Einladung zur 4. Runde. Nach dem alle kräftig beklatscht wurden und auch den Betreuern ein Dankeschön galt, durften wir noch einen Blick in unsere Prüfungsbögen werfen. Ab hier bekann die Verabschiedung, denn die meisten fuhren zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Zügen zurück.

Alles in allem war es ein spannende und aufregende Woche, in der ich viele nette Menschen kennen gelernt habe und wichtige Erfahrungen sammeln konnte.
Ich empfehle jedem, der Interesse und Lust an einem solchen Wettbewerb hat, sich diese einmalige Gelegenheit nicht nehmen zu lassen oder diese gar zu verpassen.

Tobias